Theoretisch kannst du die Filets auch aufhängen. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass das Räuchern auf Rosten gleichmäßigere Ergebnisse liefert. Hängende Filets bekommen unten meist mehr Rauch ab als oben. Legst du sie dagegen auf Roste, kannst du nach der Hälfte der Räucherzeit einfach oben und unten tauschen – und erhältst ein deutlich homogeneres Ergebnis.
Kalträuchern mit der Räucherhexe
Für das Kalträuchern eignet sich ein sogenannter Sparbrand (Kaltraucherzeuger), zum Beispiel:
- „Räucherhexe“ U-Sparbrand von FTM
- Heiß-/Kaltraucherzeuger von Kaiser
- Sparbrände von Jaeger (etwas weniger Rauchentwicklung)
Alle Varianten haben gemeinsam: Sie erzeugen über viele Stunden gleichmäßig Rauch und sind dabei einfach und preiswert in der Anwendung.
Kaltrauchgeneratoren mit Luftzufuhr funktionieren ebenfalls, arbeiten aber nach einem anderen Prinzip, erzeugen deutlich mehr Rauch und sind wesentlich teurer. Darauf gehe ich an anderer Stelle ein.
Vorbereitung
Die Räucherhexe wird:
- bis zum Rand mit Räuchermehl gefüllt
- das Räuchermehl wird angedrückt – das ist entscheidend, damit der Sparbrand nicht ausgeht
Zum Entzünden eignen sich am besten:
- Sturmfeuerzeug mit Jetflamme
- Flambierbrenner
- kleiner Gaslötbrenner (z. B. von Rothenberger)
Nach etwa 2 Minuten glimmt das Räuchermehl zuverlässig.
Ich kontrolliere den Sparbrand trotzdem nach etwa 10 Minuten noch einmal.
Einfacher Räucheraufbau
- Filets auf Roste legen (oder alternativ aufhängen)
- Bei Bedarf größere Filets teilen
- Räucherhexe unterhalb der Filets platzieren
- Abstand: mindestens 25–30 cm
Ganz wichtig aus der Praxis:
- Auf das oberste Rost lege ich eine dicke Wellpappe mit 1–2 Lagen Küchenkrepp
Gerade bei feuchtem Wetter bildet sich schnell Kondenswasser im Ofen. Tropft dieses zusammen mit Rußpartikeln auf die Filets, leidet der Geschmack erheblich. Die Pappe wirkt hier wie ein einfacher, aber sehr effektiver Schutz.
Räucherdauer
Eine Füllung der Räucherhexe glimmt in der Regel:
- 10 bis 12 Stunden
Danach gilt:
- Dünnere Filets → meist fertig
- Dickere Filets → optional weiterer Räuchergang
Für einen zweiten Durchgang:
- Roste oben und unten tauschen
- erneut räuchern
In manchen Fällen sind sogar drei Räuchergänge sinnvoll. Das entscheide ich ganz bewusst nach Gefühl – und auch mal nach einer kleinen Geschmacksprobe.
Grundregel:
- 0–10 °C → längere Räucherzeit möglich
- 10–15 °C → optimal
- 20–25 °C → eher nur ein Räuchergang, dafür etwas intensiverer Rauch
Im Sommer hilft ein einfacher Trick:
- nur nachts räuchern
- tagsüber die Filets in den Kühlschrank legen
So lassen sich auch bei höheren Temperaturen mehrere Räuchergänge umsetzen.
Rauchentwicklung
Beim Kalträuchern entsteht sehr wenig Rauch – ungefähr vergleichbar mit einer Zigarette.
Das hat einen großen Vorteil:
Diese Methode lässt sich oft sogar auf einem Balkon durchführen, solange der Rauch frei abziehen kann.
Ergebnis
Richtig kaltgeräucherte Lachsforellenfilets haben:
- eine leicht feste, aber zarte Konsistenz
- ein feines, elegantes Raucharoma
- eine intensive, appetitliche Farbe
Durch das Beizen und die lange Räucherzeit verlieren die Filets zusätzlich Feuchtigkeit. Der Geschmack wird dadurch deutlich konzentrierter – und der Fisch gleichzeitig haltbarer.
Ganz ehrlich:
Für mich sind kaltgeräucherte Lachsforellenfilets geschmacklich deutlich besser als klassischer Räucherlachs. Wer das einmal selbst gemacht hat, wird den Unterschied sofort merken.
Serviert wird der Fisch am besten dünn aufgeschnitten – ganz ähnlich wie gekaufter Räucherlachs, nur eben in einer ganz anderen Liga.
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Über den Autor
Michael Kahlstadt
Michael Kahlstadt angelt seit seiner frühesten Jugend. Nach einer längeren „Allroundkarriere“ spezialisierte er sich schnell auf das Raubfischangeln und die Fliegenfischerei. So war schnell abzusehen, dass er seine ersten Bücher über Barsche (Barsche angeln, Müller Rüschlikon Verlag) und Forellen (Forellen angeln, ebenda) schrieb.
Auch die Arbeit für die Zeitschriften „Der Raubfisch“ und „Fisch und Fang“ aus dem Paul Parey Verlag fallen in diese Zeit. Durch die erste Ausgabe seines Buches „Angeln am Forellensee“ wurde die Industrie auf ihn aufmerksam und er entwickelte seine eigene Produktlinie (Trout Project) für einen norddeutschen Großhändler.
Damit verbunden war der Wechsel zum Jahr Verlag, wo er seit ca. 20 Jahren in der AngelWoche die Kolumne „Fit für den Forellensee“ betreut. Aber auch im „Blinker“ und in der „Angelsee aktuell“ erscheinen regelmäßig Artikel von ihm.
Seit 2012 arbeitet Michael Kahlstadt als Entwickler und Repräsentant für die Firma „Fishing Tackle Max“ (FTM). Er hält Vorträge auf Angelmessen und betreibt den sehr erfolgreichen YouTube Kanal „MikesBigTrouts“.