Räuchern - Genug Rauch im Drevos Ofen
4. Räuchern – die richtige Raucherzeugung
Kategorie: Räuchern
Beim Räuchern entscheidet nicht nur die Temperatur über das Ergebnis, sondern vor allem auch, wie der Rauch erzeugt und gesteuert wird. Gerade beim Heißräuchern haben sich in den letzten Jahren deutlich komfortablere Möglichkeiten entwickelt, während klassische Methoden nach wie vor ihre Berechtigung haben.

Raucherzeugung beim Heißräuchern

Beim Heißräuchern gibt es heute mehrere Wege, Rauch und Temperatur zu erzeugen bzw. zu steuern – von modern und komfortabel bis klassisch und handwerklich.

 

1. Moderne Elektroöfen mit externer Rauchquelle

In modernen Elektroöfen wie der Kaiser Smokemeister Serie oder den Drevos Öfen lässt sich die Temperatur sehr präzise über ein Thermostat regeln. Das bringt einen großen Vorteil: Hitze und Rauch können getrennt voneinander gesteuert werden.

Der Rauch wird dabei über einen externen Rauchgenerator erzeugt und in den Ofen geleitet. So lässt sich die Rauchmenge unabhängig von der Temperatur exakt dosieren – eine sehr komfortable und zuverlässige Methode, gerade für Einsteiger.

 

2. Kombination aus Elektroofen und Sparbrand / Raucherzeuger

Eine besonders flexible und preiswerte Variante ist die Kombination aus geregelter Ofentemperatur und einem größeren Sparbrand oder Raucherzeuger im Innenraum. Als Hitzequelle kann eine Elektroheizung (mit Thermostat sehr bequem) oder eine Gasheizung dienen.

Typische Beispiele sind:

  • Räucherhexe U-Sparbrand (z. B. von FTM)
  • Heiß-/Kaltraucherzeuger (z. B. von Kaiser)

Einen Link zu Kaiser findest du unten auf der Seite. Mit dem Code „MikesBigTrouts5“ sparst du bei allen Bestellungen bei Kaiser 5 Prozent. Kaiser stellt Räucheröfen und Zubehör aus Edelstahl in sehr guter handwerklicher Qualität in Tschechien her. Auf meinem YouTube Kanal MikesBigTrouts findest du sogar eine Playlist mit Kaiser Räucheröfen.

Der entscheidende Trick: Die Rauchmenge lässt sich über die Anzahl der Zündstellen steuern.

  • 1 Zündstelle → ca. 12 Stunden Rauch (kühl, gleichmäßig)
  • 2 Zündstellen → ca. 6 Stunden Rauch
  • 4 Zündstellen → ca. 3 Stunden intensive Rauchentwicklung

Genau diese Methode habe ich auch im Video „Forelle räuchern – die Schritt für Schritt Anleitung“ gezeigt: https://youtu.be/dJ9mCNK7oLo?si=eXOvul3rAQHcJQzH
Dort habe ich einen Raucherzeuger an vier Stellen gleichzeitig angezündet. Das Ergebnis war eine kräftige, aber saubere Rauchentwicklung über rund drei Stunden – perfekt für goldgelbe Fische.

Die Elektroheizung lief dabei nur am Anfang, um Temperatur aufzubauen, und wurde nach etwa 40 Minuten ausgeschaltet. Der Rauch wirkte anschließend im langsam abkühlenden Ofen weiter – eine sehr effiziente Vorgehensweise.

3. Räuchermehl auf erhitzter Schale (Gas- oder Elektroofen)

Viele Räucheröfen – egal ob Gas oder Elektro – arbeiten mit einer Räucherpfanne oder einem kleinen „Tischchen“, das direkt über der Hitzequelle sitzt. Darauf wird das Räuchermehl gestreut, beginnt zu glimmen und erzeugt Rauch.

In der Theorie funktioniert das einfach, in der Praxis gibt es aber ein häufiges Problem:

  • Das Räuchermehl entzündet sich leicht, besonders bei Gasbrennern
  • Es entsteht Ruß, der sich auf das Räuchergut legt
  • Das Ergebnis kann ungenießbar werden

Ich hatte dieses Problem selbst regelmäßig bei meinem eigentlich sehr guten Beelonia-Ofen.

Ein oft genannter Trick ist, das Räuchermehl vorher anzufeuchten, um ein Aufflammen zu verhindern. Das bringt aber neue Nachteile mit sich:

  • Der gesamte Räucherraum wird feucht
  • Die Bedingungen im Ofen verschlechtern sich deutlich

Aus meiner Erfahrung ist diese Methode deshalb nur eingeschränkt empfehlenswert.

Ich selbst nutze sie nicht mehr und setze stattdessen konsequent auf die Kombination aus Elektroofen und Sparbrand (wie in 2. beschrieben). Diese ist deutlich einfacher zu kontrollieren und liefert zuverlässig bessere Ergebnisse.

4. Klassische Methode im Holzofen

Die ursprünglichste Form des Heißräucherns findet im Holzofen oder in der Räuchertonne statt.

Hier wird:

  • zunächst ein Feuer gemacht
  • anschließend eine Glut ohne Flammen erzeugt
  • und darauf eine Portion Räuchermehl gegeben

Nach dem Schließen des Ofens beginnt das Räuchermehl zu glimmen und erzeugt Rauch.

Diese Methode funktioniert hervorragend, erfordert aber viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl, da Temperatur und Rauchentwicklung gleichzeitig beeinflusst werden und schwerer zu kontrollieren sind.

 

Raucherzeugung beim Kalträuchern

Beim Kalträuchern gelten deutlich strengere Bedingungen als beim Heißräuchern. Entscheidend ist vor allem die Temperatur:
Sie sollte 25 °C nicht überschreiten, ideal sind sogar 10 bis 15 °C. Nur in diesem Bereich entstehen die typischen Aromen – und das Räuchergut bleibt gleichzeitig haltbar.

 

Temperatur richtig steuern

Gerade die Außentemperatur spielt beim Kalträuchern eine große Rolle:

  • Im Winter (bei sehr kalten Temperaturen)
    Der Ofen muss oft leicht beheizt werden, um überhaupt in den optimalen Bereich von 10–15 °C zu kommen.
    In Elektroöfen gelingt das bequem über ein Thermostat.

Hat man keinen geregelten Ofen, kann man sich einfach behelfen:

    • kleine Heizquelle (z. B. Kakteenheizung)
    • kombiniert mit einer Steckdose mit Thermostat

So lässt sich die Temperatur zuverlässig im gewünschten Bereich halten.

Hier sind wieder zwei Links zu Amazon für die Steckdose und die Kakteenheizung.

Steckdose mit Thermostat: https://amzn.to/4bMLHJ3

Einfache Kakteenheizung 20 Watt: https://amzn.to/4d5oR1I

Kakteenheizung mit Thermostat: https://amzn.to/4bQi6i6

Es gibt bei Amazon auch diverse Heizungen mit Thermostat (habe ich mal dazugefügt), die sind aber meist im Temperaturbereich zu hoch und ihr benötigt trotzdem die Steckdose mit Thermostat. Außerdem sind sie meist recht groß.

  • Im Sommer (bei hohen Temperaturen)
    Hier liegt die Herausforderung genau andersherum: Es wird schnell zu warm.

Eine bewährte Lösung aus der Praxis:

    • Nachts räuchern, wenn die Temperaturen sinken
    • Morgens das Räuchergut aus dem Ofen nehmen
    • Tagsüber im Kühlschrank lagern
    • Am Abend den nächsten Räuchergang starten

So bleibt man auch in warmen Monaten im optimalen Temperaturfenster.

 

Raucherzeugung beim Kalträuchern

Der Rauch selbst wird beim Kalträuchern möglichst gleichmäßig und kühl erzeugt. Dafür kommen vor allem Sparbrände oder externe Rauchgeneratoren zum Einsatz. Sie sorgen dafür, dass das Räuchermehl langsam glimmt und über viele Stunden konstant Rauch liefert – ohne die Temperatur unnötig zu erhöhen.

 

Typisches Problem: Kondenswasser

Ein häufig unterschätztes Thema beim Kalträuchern ist Feuchtigkeit im Ofen. Durch Temperaturunterschiede bildet sich schnell Kondenswasser, das auf das Räuchergut tropfen kann.

Aus der Praxis haben sich einfache, aber effektive Lösungen bewährt:

  • Auf das oberste Rost eine Wellpappe legen
  • Darüber mehrere Lagen Küchenkrepp
  • Bei stärkerer Feuchtigkeit zusätzlich Pappe an den Innenwänden anbringen

Die Pappe wirkt wie ein Schwamm und nimmt einen großen Teil der Feuchtigkeit auf. Das sorgt für deutlich bessere Bedingungen im Ofen und ein saubereres Räucherergebnis.

 

Fazit

Kalträuchern ist im Prinzip leichter und mit weniger Zeitaufwand verbunden als Heißräuchern, erfordert vor allem eines: Kontrolle über Temperatur und Feuchtigkeit.
Wer diese beiden Faktoren im Griff hat, schafft die Grundlage für gleichmäßige, hochwertige Ergebnisse – ganz unabhängig von der Jahreszeit.

 

Mit dem Code MikesBigTrouts5 erhältst du 5 Prozent Rabatt auf alle Bestellungen bei der Firma Kaiser.

Über den Autor

Michael Kahlstadt

Michael Kahlstadt angelt seit seiner frühesten Jugend. Nach einer längeren „Allroundkarriere“ spezialisierte er sich schnell auf das Raubfischangeln und die Fliegenfischerei. So war schnell abzusehen, dass er seine ersten Bücher über Barsche (Barsche angeln, Müller Rüschlikon Verlag) und Forellen (Forellen angeln, ebenda) schrieb.

Auch die Arbeit für die Zeitschriften „Der Raubfisch“ und „Fisch und Fang“ aus dem Paul Parey Verlag fallen in diese Zeit. Durch die erste Ausgabe seines Buches „Angeln am Forellensee“ wurde die Industrie auf ihn aufmerksam und er entwickelte seine eigene Produktlinie (Trout Project) für einen norddeutschen Großhändler.

Damit verbunden war der Wechsel zum Jahr Verlag, wo er seit ca. 20 Jahren in der AngelWoche die Kolumne „Fit für den Forellensee“ betreut. Aber auch im „Blinker“ und in der „Angelsee aktuell“ erscheinen regelmäßig Artikel von ihm.

Seit 2012 arbeitet Michael Kahlstadt als Entwickler und Repräsentant für die Firma „Fishing Tackle Max“ (FTM). Er hält Vorträge auf Angelmessen und betreibt den sehr erfolgreichen YouTube Kanal „MikesBigTrouts“.