Afrowelse werden oft auf Wurm gefangen
Es wird heiß – die Afros kommen
Kategorie: Wels & Stör
Heiße Sommer, warmes Wasser und tolle Afrowelsdrills – darauf freut sich Michael Kahlstadt, wenn die Sonne hoch steht und mit Forellen nichts mehr geht.

Habe ich allein das Gefühl, dass die Sommer immer länger und heißer werden? Oder trügt mein Gefühl gar nicht? Liegt es am Alter oder am Klimawandel? Egal, auf jeden Fall werden kleine, flache Forellenteiche im Sommer so warm, dass keine Salmoniden mehr besetzt werden können. Dann weichen die Forellenseebetreiber auf Aal, Stör, europäischen Wels und Afrowels aus. Und um den Letztgenannten soll es heute gehen – denn eigentlich ist der kurz Afrowels oder Afro genannte „Afrikanische Raubwels“ ein idealer Besatz. Vielleicht dehnen sich die Sommer in Zukunft ja bis in die kalte Jahreszeit … Der Afro ist ausgesprochen schnellwachsend, benötigt dauerhaft Wassertemperaturen über 20° und liefert sehr schmackhaftes, grätenfreies Fleisch. Darüber hinaus ist er recht einfach zu fangen und liefert spektakuläre Drills. Was will man mehr?

Anatomische Besonderheiten

Afrikanische Raubwelse haben 2 Herzen, die direkt hinter dem Kopf an der rechten und linken Seite sitzen – das sollte man beim Herzstich berücksichtigen. Darüber hinaus haben sie unter dem extrem stabilen Schädeldach 2 Lungen. Daher können sie auch längere Zeit außerhalb des Wassers überleben – solange sie feucht gehalten werden. Diese Besonderheiten helfen auch beim Lokalisieren der Fische. Die Afros kommen regelmäßig an die Oberfläche, holen Luft und stoßen sie beim Abtauchen wieder aus – was sich durch eine feine Bläschenspur zeigt. Außerdem können sie gut hören und lassen sich (ähnlich wie europäische Waller) anlocken. Ein kräftiges Rühren mit einem dicken Stab (Kescherstab) in der Nähe der Pose lockt die urigen Gesellen an. Dabei sollten möglichst tiefe Geräusche entstehen.

Köder

Gefangen werden Afros mit Würmern, Krabben (Eismeerkrabben vom Discounter) oder kleinen Streifen vom Köderfischfilet (ca. 5 mm breit und 5 cm lang) im Mittelwasser oder knapp über Grund. Das geht am besten mit einer Posen oder (noch besser) mit einer Wagglermontage. Als Gerät benutze ich Ruten um die 3 m mit einem Wurfgewicht bis maximal 30 g. Dazu passt eine mittlere Stationärrolle und 0,22er Monofil. Der Haken soll kräftig, sehr scharf und nicht zu klein ausfallen, mit der Größe 2 oder 4 bin ich bislang immer gut gefahren. Afros verlangen dem Gerät beim Drill einiges ab, deshalb rate ich dringend dazu die Bremse vor dem Anschlag korrekt einzustellen!!

YouTube

Auf meinem YouTube Kanal MikesBigTrouts findet sich auch die Playlist: „Afrowels fangen und verwerten“.

Über den Autor

Michael Kahlstadt

Michael Kahlstadt angelt seit seiner frühesten Jugend. Nach einer längeren „Allroundkarriere“ spezialisierte er sich schnell auf das Raubfischangeln und die Fliegenfischerei. So war schnell abzusehen, dass er seine ersten Bücher über Barsche (Barsche angeln, Müller Rüschlikon Verlag) und Forellen (Forellen angeln, ebenda) schrieb.

Auch die Arbeit für die Zeitschriften „Der Raubfisch“ und „Fisch und Fang“ aus dem Paul Parey Verlag fallen in diese Zeit. Durch die erste Ausgabe seines Buches „Angeln am Forellensee“ wurde die Industrie auf ihn aufmerksam und er entwickelte seine eigene Produktlinie (Trout Project) für einen norddeutschen Großhändler.

Damit verbunden war der Wechsel zum Jahr Verlag, wo er seit ca. 20 Jahren in der AngelWoche die Kolumne „Fit für den Forellensee“ betreut. Aber auch im „Blinker“ und in der „Angelsee aktuell“ erscheinen regelmäßig Artikel von ihm.

Seit 2012 arbeitet Michael Kahlstadt als Entwickler und Repräsentant für die Firma „Fishing Tackle Max“ (FTM). Er hält Vorträge auf Angelmessen und betreibt den sehr erfolgreichen YouTube Kanal „MikesBigTrouts“.