Spoonauswahl für Einsteiger
Ultraleichtangeln mit Gummi und Blechködern liegt voll im Trend. Doch wie findet man sich im Dschungel der Spoons zurecht? Michael Kahlstadt hat einen klaren Plan und zeigt eine Spoonauswahl für Einsteiger!

Ratlos?

Immer noch sehe ich Angler ratlos vor der Spoonwand ihres Angelgerätehändlers stehen – verständlich bei der Riesenauswahl an Blechködern auf dem Markt. Obwohl ich persönlich hunderte Spoons besitze, würde ich mich als Einsteiger ins UL-Angeln auf 2 Modelle in verschiedenen Gewichten und einigen Farbvarianten beschränken. Damit ist man für 90 Prozent der Fälle gewappnet – nachkaufen geht immer!

Hier hat die Spoonauswahl gepasst: Erfolgreich auf den 3,2 g schweren Hammer in Pink Camouflage

Form

Bei meinen ersten Schritten kämen 2 Formen in Frage. Eine längliche Form wie den Hammer, die gut taumelt und auch schon beim Absinken an gestreckter Schnur arbeitet und eine mittelgroße, stark flatternde Form. Das hat den Vorteil, dass man „seinen“ Spoon genau kennt und die Lauftiefe und das Laufverhalten besser einschätzen kann. Ein typischer Vertreter der letzten Variante ist der Tremo (vom italienischen Tremare = Zittern). Den 29 mmm langen und 11,5 mm breiten Spoon gibt es bei exakt gleicher Größe und Form in verschiedenen Blechdicken. So wiegt er in der 0,7 mm dünnen Variante 0,9 g und ist damit perfekt zum Oberflächenangeln. In der 1,3 mm dicken Variante wiegt er 2,3 g und arbeitet perfekt im Mittelwasser. Als 2. längliche Form empfehle ich den 3,2 g schweren Hammer. Obwohl mit 39 mm recht lang, ist er doch mit 11 mm schmaler als der Tremo. Diesen Spoon sollte man unbedingt an gespannter Schnur absinken lassen, da er schon in dieser Phase wirkungsvoll flattert und mir dadurch schon einige Fische gebracht hat. Insgesamt ist dies mein meistgefischter Spoon, der auch auf große Lachsforellen sehr verführerisch wirkt. Er ist für die Oberfläche zwar zu schwer, arbeitet dagegen aber extrem gut im mittleren und unteren Mittelwasser. Sehr empfehlenswert sind kurze Spinnstopps, weil er dabei zur Seite weg flattert und so größere Gebiete absucht.

Farbe

Von jedem dieser Spoons würde ich mir 3 Farben zulegen, unbedingt dabei sein sollte eine Schockfarbe (Orange, Firetiger, Chartreuse o.ä.), eine dunkle Farbe (Schwarz, braun oder Camouflage) und etwas metallisch glänzendes (Silber, Messing, Kupfer eventuell gemischt mit durchscheinenden Farben). Mit diesen 9 Spoons ist man für fast alle Situationen vorbereitet.

Ganz oben: Der Tremo in der 0,9 g Variante, in der Mitte der gleiche Spoon in 2,3 g, unten der 3,2 g schwere Hammer

Wie weit wirft der Spoonangler?

Um Neulingen ein wenig die Angst vor leichten Spoons zu nehmen, habe ich einmal die erzielten Reichweiten verschieden schwerer Spoons und verschiedener Schnür auf dem Sportplatz gemessen.

Rute:         FTM Sagami 1,8 m, Wg. 0,3 – 2,5 g, Gewicht 58 g, UVP. 139,99 €

Rolle:        Tubertini Aryas 1000

Schnur:     Monofil: Tubertini Tatanka 0,125 mm Tragkraft 2,86 Kilo

Geflecht:  Stroft R 03, Tragkraft 2,5 Kilo

Wurfweiten mit Tremo (mehrere Würfe gemittelt):

                        2,3 g               0,9 g

Mono:           25,3 m            18, 2 m

Geflecht:      26,8 m            17,3 m

 

Über den Autor

Michael Kahlstadt

Michael Kahlstadt angelt seit seiner frühesten Jugend. Nach einer längeren „Allroundkarriere“ spezialisierte er sich schnell auf das Raubfischangeln und die Fliegenfischerei. So war schnell abzusehen, dass er seine ersten Bücher über Barsche (Barsche angeln, Müller Rüschlikon Verlag) und Forellen (Forellen angeln, ebenda) schrieb.

Auch die Arbeit für die Zeitschriften „Der Raubfisch“ und „Fisch und Fang“ aus dem Paul Parey Verlag fallen in diese Zeit. Durch die erste Ausgabe seines Buches „Angeln am Forellensee“ wurde die Industrie auf ihn aufmerksam und er entwickelte seine eigene Produktlinie (Trout Project) für einen norddeutschen Großhändler.

Damit verbunden war der Wechsel zum Jahr Verlag, wo er seit ca. 20 Jahren in der AngelWoche die Kolumne „Fit für den Forellensee“ betreut. Aber auch im „Blinker“ und in der „Angelsee aktuell“ erscheinen regelmäßig Artikel von ihm.

Seit 2012 arbeitet Michael Kahlstadt als Entwickler und Repräsentant für die Firma „Fishing Tackle Max“ (FTM). Er hält Vorträge auf Angelmessen und betreibt den sehr erfolgreichen YouTube Kanal „MikesBigTrouts“.